
Wasserschäden, Wurzelattacken, Besucherrückgang: Lions-Club-Spende kommt gerade recht.
Altötting: Als weltweit einzigartig gilt das 360-Grad-Kunstwerk, das Jerusalem Panorama Kreuzigung Christi, im Herzen Altöttings. Das am 18. Juli 1903 eröffnete Kulturdenkmal ist in die Jahre gekommen und braucht Hege und Pflege. Der Lions Club Altötting-Burghausen spendete nun dafür 5000 Euro.
„Es ist uns eine Ehre, zur Erhaltung dieses Kleinods beizutragen. Bei der Beschlussfassung sind wir sofort einstimmig dafür gewesen“, sagte Helmut Radecker, Präsident des Lions Clubs, bei der Übergabe, und richtete seinen Dank an die Verantwortlichen für die Bewahrung des Panoramas, vertreten durch den Vorstandsvorsitzenden der Stiftung Panorama Altötting, Hubert Schlederer, und Bürgermeister Stephan Antwerpen.
1902 wurde das Gebäude des Panoramas errichtet, der auf christliche Motive spezialisierte Historienmaler Gebhard Fugel (1863 – 1939) übernahm daraufhin die Bildgestaltung. Auch wenn es weltweit noch einige andere große Panoramen gibt, so ist das religiöse Thema des Jerusalem Panoramas von Altötting doch einzigartig und steht unter Kulturschutz der UNESCO.
Gezeigt werden Szenen aus dem Leben und Sterben Jesu Christi, mit dem Hauptmotiv: der Kreuzigung. Nur das einfallende Tageslicht beleuchtet die rund um eine Besucherplattform in beeindruckender Größe von zwölf Metern Höhe und in 19 Bahnen mit insgesamt 95 Metern Länge aufgespannten Kunstwerke. Diese erheben sich aus einer mit natürlichen Materialen gestalteten Bodenkulisse – Felsen, Sand, Gewächse – und lassen dadurch die Szenerie plastischer und realer erscheinen. Der Besucher fühlt sich beinahe in das Palästina zu Jesu Christi Zeiten zurückversetzt.
Das alte Blechdach des Gebäudes ist undicht, darunter leidet die Farbgestaltung. Die durch diese Wasserschäden entstandenen Flecken sind mit einem schwarzen Velum, einem Tuch, abgedeckt worden. Auch greift unter anderem Wurzelwerk die Mauern an, beschreibt Hubert Schlederer die Situation. Vor einiger Zeit war ein Wasserleitungsrohr gebrochen, wobei das sprühende Wasser vor allem die Leinwand mit der Kreuzigungsszene traf, und die Farben verlaufen ließ. Zum Glück konnte das Gemälde durch Fachleute und Künstler restauriert werden.
Seit der Corona-Pandemie verzeichnet die Stiftung einen deutlichen Rückgang an Besuchern – und damit auch an Einnahmen. Die Menschen sollten diesen Schatz jedoch erleben können, sind sich Schlederer und Bürgermeister Antwerpen einig. „Wir sind daran, das Panorama wieder bekannter zu machen und bekommen auch Hilfe von außen, zum Beispiel durch Studienrätin Bea Heigl und Kunsthistorikerin Gabriele Koller, die es im Unterricht bzw. durch Vorträge den Menschen näherbringen,“ so Antwerpen.
Im März wird das Jerusalem Panorama Kreuzigung Christi aus seinem Winterschlaf erweckt, und freut sich auf viele Besucher aus nah und fern.
Quelle: PNP vom 20.01.2026


